Start Nachrichten Auswärtiges Amt wegen iranischer Urananreicherung "äußerst besorgt"

Auswärtiges Amt wegen iranischer Urananreicherung „äußerst besorgt“

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Foto: Auswärtiges Amt, über dts

Berlin (dts) – Das Auswärtige Amt hat besorgt auf die jüngste Eskalation im Atom-Streit mit dem Iran reagiert. „Deutschland ist – wie auch unsere E3-und EU-Partner – äußerst besorgt über die Ankündigung Irans, dass Iran mit der Anreicherung von Uran über die in der Wiener Nuklearvereinbarung (JCPOA) festgelegte Obergrenze von 3,67 Prozent hinaus begonnen hat“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Sonntag. Man warte jetzt auf weitere Informationen der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).

Man habe in der Vergangenheit wiederholt an den Iran appelliert, keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen, welche die Nuklearvereinbarung weiter aushöhlten. „Wir rufen Iran mit Nachdruck dazu auf, alle Schritte einzustellen und rückgängig zu machen, die unvereinbar mit den Verpflichtungen Irans im Rahmen des JCPOA sind“, fügte der Sprecher hinzu. Dazu gehöre auch das Überschreiten der im JCPOA festgelegten Begrenzung von Beständen an niedrig angereichertem Uran. „Mit den anderen JCPOA-Teilnehmern stehen wir in engem Austausch über unsere weiteren Schritte im Rahmen des JCPOA, einschließlich einer möglichen Sitzung der Joint-Commission“, so der Sprecher weiter. Der Iran hatte zuvor angekündigt, künftig die Anreicherung von Uran über dem im internationalen Atomabkommen festgelegten Wert von 3,67 Prozent aufzunehmen. Grund sei, dass die europäischen Vertragspartner des Atomabkommens ein 60-Tage-Ultimatum der iranischen Führung verstreichen ließen. Auf welchen Wert Uran künftig angereichert werde, stehe noch nicht fest, sagte der Sprecher der iranischen Atomenergieorganisation, Behrouz Kamalvandi, in Teheran. Mit der höheren Urananreicherung verstößt der Iran gegen eine zentrale Auflage des Atomabkommens. Man wolle das Abkommen aber noch nicht aufgeben, hieß es vonseiten der iranischen Führung weiter. Das Atomabkommen von Wien war im Juli 2015 geschlossen worden und im Januar 2016 in Kraft getreten. Im Gegenzug zum Verzicht auf die Entwicklung von Atomwaffen sollten die westlichen Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Zuletzt hatten sich die USA allerdings aus dem Atomabkommen zurückgezogen und die Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft gesetzt. Die restlichen Unterzeichnerstaaten wollten das Abkommen ohne die USA fortsetzen. Mit der Zweckgesellschaft INSTEX wollten die EU-Mitgliedsländer Deutschland, Frankreich und Großbritannien US-Wirtschaftssanktionen umgehen. Die Rettungsversuche waren bisher allerdings nicht effektiv.

dts Nachrichtenagentur
Ein Artikel der Nachrichtenagentur dts.

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