# Ausbildungsverträge: Anzahl neuer Verträge verharrt weiterhin auf niedrigem Stand Datum: 22.08.2023 08:14 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://www.hasepost.de/ausbildungsvertraege-anzahl-neuer-vertraege-verharrt-weiterhin-auf-niedrigem-stand-392484/ --- Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Jahr 2022 in Deutschland verharrte auf einem historisch niedrigen Stand, trotz eines geringfügigen Anstiegs von 0,8% gegenüber 2021, wie Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) verdeutlichen. ### Rückgang der Ausbildungszahlen Zwar konnte ein leichter Anstieg der Neuverträge im Vergleich zum Vorjahr festgestellt werden, doch der Wert blieb 8% hinter den Ergebnissen des Jahre 2019 zurück, in welchem noch mehr als 500.000 Neuverträge vermeldet wurden. Insgesamt befanden sich Ende 2022 in Deutschland 1.216.300 Personen in einer dualen Berufsausbildung, 3% weniger als im Vorjahr. Der langfristige Trend sinkender Auszubildendenzahlen setzt sich somit weiter fort. ### Entwicklung der Ausbildungsberufe Die beliebtesten Ausbildungsberufe blieben 2022 nahezu unverändert. Die meisten Neuverträge wurden für den Beruf Kaufmann/-frau im Einzelhandel abgeschlossen, gefolgt von Kaufleuten für Büromanagement, Kraftfahrzeugmechatroniker, Verkäufer, und Fachinformatiker. Rund ein Fünftel aller Neuverträge entfielen auf diese fünf Ausbildungen. ### Unterschiedliches Wachstum in den Bereichen Einzig im Ausbildungsbereich Industrie und Handel gab es eine Steigerung der Neuverträge um 7.900 oder 3%. Handwerksberufe, die im Corona-Jahr 2020 eine geringe Reduzierung der Neuverträge verzeichneten, sahen 2022 den bisher geringsten Anstieg mit einem Minus von 3.000 oder 2%. Eine ähnlich negative Entwicklung zeigte sich auch in Landwirtschaft, öffentlichem Dienst, Freien Berufen und Hauswirtschaft. ### Geschlechterunterschiede bei Neuverträgen Insgesamt schlossen 0,4% mehr Männer als im Vorjahr einen neuen Ausbildungsvertrag ab (298.600 Neuverträge), bei den Frauen lag der Anstieg bei 1,6% auf 171.300. Besonders auffällig war der Unterschied in Handwerksberufen, wo es bei Männern einen Rückgang von -3,3% gab, während bei Frauen Neuverträge um 1,9% zulegten. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch in anderen Ausbildungsbereichen, mit der Ausnahme der Freien Berufe: Hier standen 1,2% weniger Neuverträge bei Frauen einem Plus von neun Prozent bei den Neuverträgen bei Männern gegenüber. Insgesamt waren 2022 von 1,2 Millionen Auszubildenden rund zwei Drittel (65 Prozent) Männer. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück