„SPD sticht Linkspartei, CDU sticht Bayernpartei“, so oder ähnlich könnte das erste „Parteienquartett“ gespielt werden, das knapp drei Monate vor der Bundestagswahl zwei Osnabrücker Jungunternehmer präsentieren. Statt (nur) zum Spielen sollen die 37 Karten (30 davon zu Parteien, der Rest über Wahlen und Demokratie allgemein) vor allem zum Wählen anregen.

Anders als bei klassischen Quartettspielen, bei denen es zum Beispiel um Hubraum oder PS von Autos geht, geht es also nicht um reine Leistungsdaten der Parteien, sondern grundlegenden Informationen wie Durchschnittsalter der Mitglieder, Frauenquote, Infos zu Personen der Parteispitze oder das Gründungsdatum. Und anders als beim ebenfalls von Alexander Frontzek und Jonas Nehmelmann entwickelten Gastroquartett gibt es auch keine Rabatte von den vorgestellten Parteien (wie auch?).
So hat man die Möglichkeit nicht nur Wissenswertes über Parteien zu erfahren, sondern auch spielend das Verständnis für politische Sachverhalte zu fördern und Demokratiebewusstsein zu stärken.

Im Gespräch mit unserer Redaktion erläuterte Jonas Nehmelmann, wie man als Osnabrücker Startup dazu kommt, plötzlich so ein Projekt zu stemmen.
Am Anfang der Idee stand eine Frage, auf die es so schnell keine Antwort zu finden gab. „Moment mal, wie viele und welche Parteien gibt es überhaupt“, dachte sich Jonas Nehmelmann, als er mit seinem Geschäftspartner und Freund irgendwie über eine ihm vorher noch nicht bekannte Veganer Partei gestolpert war.
So war die Idee geboren und es wurde recherchiert und die ersten Parteien wurden kontaktiert.

Mit wenigen Ausnahmen fanden die Parteien die Idee gut

Die Reaktion der Parteien, mit denen per Telefon Kontakt aufgenommen wurde, war überwiegend positiv, so Nehmelmann: „Endlich kommt mal jemand auf was Sinnvolles statt die Parteiarbeit immer nur zu kritisieren“, war der Tenor der meisten Ansprechpartner.
Dass es dann zum Beispiel bei der Partei „Die Rechte“ auch zu einer Verweigerung der Abbildung des Parteilogos gekommen ist, war eine der wenigen nicht so guten Erfahrungen. „Die müssen nun halt mit dem Hinweis auf der Spielkarte leben, dass die Nutzung des Logos verweigert wurde“, so Nehmelmann. Grundsätzlich habe man keine Partei ausgrenzen wollen, obwohl es dabei im Freundes- und Bekanntenkreis durchaus Diskussionen gegeben hatte. Wer bei der letzten Bundestagswahl dabei war oder mit hoher Wahrscheinlichkeit in diesem Jahr dabei ist, kam ins Kartenspiel. So findet sich die AfD neben den Großen wie SPD und CDU genau so wieder, wie die Tierschutzpartei, eine „bergpartei“ und die DKP.

Hip-Hop Partei zur Festlegung des Logos gedrängt

Zu den kuriosen Mitstreitern im politischen Wettbewerb zählt u.a. die Hip-Hop-Partei „Die Urbane„, deren Mitglieder schnell noch vor der Drucklegung des Quartetts über ihr Logo entscheiden mussten.
Ob die die Hip-Hopper und einige andere Exoten tatsächlich Ende September auf dem Wahlzettel stehen werden, wird der erst noch der Bundeswahlleiter entscheiden müssen. Wer will kann im August, wenn über die Teilnahme aller Parteien entschieden wurde, auf jeder Karte in einem speziellen Ankreuzfeld vermerken, ob es die jeweilige Partei wirklich auf den Wahlzettel geschafft hat.

Wahlprogramme sind digital verlinkt

Auf der Rückseite jeder Spielkarte befindet sich zusätzlich ein QR-Code, mit dem man durch Verwendung einer entsprechenden Smartphone-App direkt zum Wahlprogramm der jeweiligen Parteien gelangt. So kann man sich mit nur einem Klick über die Partei informieren und die unterschiedlichen politischen Standpunkte kennenlernen. Die Zusatzkarten halten Wissenswertes und Kurioses zum Thema Wahlen bereit.
Kartenspiel-Profi Nehmelmann findet die Verlinkung auf die Wahlprogramme besonders interessant für den Politkunterricht in den Schulen. Hier könnte jeder Schüler eine der 30 Parteienkarten ziehen und dann zum Beispiel ein Referat darüber halten, so seine Idee.

Das Kultspiel mit den bekannten und weniger bekannten Parteien ist ab sofort im Onlineshop auf www.parteienquartett.de vorbestellbar und ab Mitte Juli für 7,99 Euro im ausgewählten Buchhandel erhältlich.

 

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Foto: HeldenQuartette