„Mit dem Morgenland Festival hat Osnabrück sich als eines der bedeutenden Zentren für den musikalischen Dialog mit der islamischen Welt etabliert.“ Mit diesen Worten begründete die Stadtverwaltung in der Vorlage VO/2015/6258 den seit vergangenem Jahr aktuellen Zuschussvertrag, der dem am Freitagabend beginnenden Festival jährlich 85.000 Euro aus der Steuerkasse zufliessen lässt.

[Update] Es gibt inzwischen ausführlichere Statements des Künstlers und des Festivalleiters, hier bei uns.Mit „Dialog“ hat es einer der in diesem Jahr eingeladenen Künstler offenbar selbst nicht so. Der aus Syrien stammende Rapper Hello Psychaleppo soll am Samstagabend in der Lagerhalle (ebenfalls massiv finanziell von der Stadt Osnabrück unterstützt) Platten auflegen.
Auch in Berlin sollte der syrische DJ im vergangenen Jahr für Musik beim „Festival Popkultur“ für Stimmung sorgen, die wurde allerdings durch eine antisemitische Aktion, an der auch der Syrer aktiv mitmachte, ordentlich zerstört, wie die Berliner taz berichtete.

Hello Psychaleppo, der auf der Homepage des Morgenlandfestivals als ein Künstler angekündigt wird, der „international für Furore gesorgt hat“, soll zu den Unterstützern der BDS-Bewegung gehören. Ähnlich wie in der Nazizeit unter dem Slogan „kauft nicht bei Juden“, rufen die Anhänger dieser Bewegung zu einem generellen und kompromisslosen Boykott des Staates Israel auf.
Beim Berliner Musikfestival reichte es Hello Psychaleppo und einigen anderen, überwiegend arabischen Künstlern, dass das Festival in der Hauptstadt von der israelischen Botschaft unterstützt wurde, um einen Boykott zu starten.

Die BDS-Bewegung, deren Kürzel für „Boykott, Desinvestition und Sanktionen“ steht, wurde im Berliner Tagesspiegel als „Antisemiten mit freundlichem Antlitz“ bezeichnet. Ziel der der Vereinigung ist letztlich der Untergang des Judenstaates, stellte Tagesspiegel-Redakteur Johannes C. Bockenheimer im oben verlinkten Kommentar fest.

Boykott-Vereinigung im Dunstkreis palästinensischer Terrorgruppen

Zu den Unterstützern der BDS-Bewegung zählen, so das American Jewish Committee, deren Pressesprecher in einer Reportage des Deutschlandfunk zum BDS befragt wurde, auch die Terrororganisation Hamas und die ebenfalls auf der EU-Terrorliste geführte Volksfront zur Befreiung Palästinas.

Zu den Unterstützern des Morgenland-Festivals zählt neben der Stadt Osnabrück u.a. auch die eng mit ihr verbundene Stadtsparkasse Osnabrück, die man sonst nicht im Dunstfeld von Terrorunterstützern erwartet.

Pressesprecher der Stadt schweigt, Festival-Chef wiegelt ab

Mit den Vorwürfen gegen den syrischen Künstler, auf die unsere Redaktion durch eine Leserzuschrift hingewiesen wurde, konfrontierten wir bereits am Mittwoch(!) neben dem Festivalleiter Michael Dreyer auch den Pressesprecher der Stadt Osnabrück, Dr. Sven Jürgensen.
Obwohl die Stadt Osnabrück finanziell und indirekt über die Sparkasse sehr eng mit dem Morgenland-Festival verbunden ist, vertröstete der Pressesprecher unsere Redaktion erst auf eine Rückmeldung am Donnerstag, zog dann jedoch seine Zusage zurück und verwies auf den künstlerischen Leiter des Festivals.

Michael Dreyer gab sich wortkarg und leitete unserer Redaktion nur die Kopie eines Schreibens an die „Münchner Bürger gegen Antisemitismus und Israelhass (MBAI)“ weiter. Diese Gruppierung soll wohl, ebenso wie unsere Leserin, im Vorfeld der Festival-Eröffnung auf die Teilnahme des syrischen DJ an der antisemitisch motivierten Boykottaktion in Berlin hingewiesen haben.

Sehr geehrte Damen und Herren,

haben Sie vielen Dank für Ihr Schreiben.
Seit nunmehr 14 Jahren gibt es das Morgenland Festival Osnabrück. Kein einziges Mal ist es hier zu antisemitischen Äußerungen gekommen. Regelmäßig haben wir jüdisch-israelische Gäste.
Es war die persönliche Entscheidung von DJ Psychaleppo, einen Auftritt bei Pop-Kultur abzusagen, da offensichtlich die Künstler nicht über die Unterstützung des Festivals durch die israelische Botschaft informiert waren.
Eine Kritik an der Politik des Staates Israel mit Antisemitismus gleichzusetzen halte ich für vereinfachend und gefährlich und schließe mich dem nicht an.

Mit besten Grüßen
Michael Dreyer


Disclaimer: Die HASEPOST steht ein für das Existenzrecht des Staates Israel und bezieht Position gegen jedwede antisemitischen Umtriebe, egal von welcher politischen oder religiösen Seite. Lesenswert dazu auch ein bereits 1971 in der Zeitung „Die Welt“ erschienener Artikel, dem wir uns voll anschließen. „Israel ist nicht irgendein Staat“ […] „Dazu gehört, daß die Feinde Israels nicht unsere Freunde sein können und daß Taktik keinen Raum haben darf, wo Moral uns bindet“.