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Anhebnung des Studierendenwerksbetrags zu den kommenden Wintersemestern in Osnabrück

📍Ort des Geschehens: Osnabrück (Gesamtstadt)

Das Studierendenwerk Osnabrück erhöht den Studierendenwerksbeitrag zur Kompensation strukturell bedingter Kostensteigerungen zum Wintersemester 2026/2027 auf 135 Euro und zum Wintersemester 2027/2028 um weitere 12 Euro auf dann 147 Euro. Dies hat der Verwaltungsrat am 11. Dezember 2025 beschlossen. Die niedersächsischen Studierendenwerke sehen auch die Politik in der Verantwortung finanzieller Unterstützung. 

Erhöhungen sind erforderlich

Die Erhöhungen folgen auf die finanzielle Lage des Studierendenwerks, die sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert hat. Während die Kostensteigerungen in den Jahren 2022/2023 noch durch Sondermittel des Landes abgefedert werden konnten, sind diese zusätzlichen Hilfen inzwischen ausgelaufen. In einer Pressemitteilung des Studierendenwerks Osnabrück heißt es: „Es liegt in unserer DNA, die soziale Infrastruktur für Studierende aufrechtzuerhalten. Die Erhöhungen sind erforderlich, um Einnahmeverlusten aus rückläufiger Finanzhilfe, den Folgen sinkender Studierendenzahlen sowie den jährlichen strukturellen Personal- und Sachkostensteigerungen entgegenzuwirken.“

Wiedereinführung des Niedersachsenmenüs nicht ausreichend

Die Wiedereinführung des Niedersachsenmenüs zum Beginn 2026 begrüßt das Studierendenwerk ausdrücklich. „Das ist jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein und trägt leider nicht zu einer auskömmlichen Finanzierung der niedersächsischen Studierendenwerke bei. Ich habe den Eindruck, dass sich das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur unter Falko Mohrs sehr für die Studierendenwerke einsetzt, Studierende bei der Mittelverteilung im Landeshaushalt jedoch trotzdem nicht ausreichend berücksichtigt werden“, so Stefan Kobilke, Geschäftsführer des Studierendenwerks Osnabrück.

Studierendenwerke brauchen bundesweit Unterstützung

Niedersachsen ist hier kein Einzelfall. Bundesweit kämpfen Studierendenwerke mit unzureichender Landesförderung. Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks, Matthias Anbuhl, erklärt: „Wenn die Länder ihre Studierendenwerke nicht stärker unterstützen, sind Chancengleichheit und soziale Teilhabe gefährdet. Die Studierendenwerke bilden das soziale Fundament des deutschen Hochschulsystems.“

Der Dachverband der Studierendenwerke fordert daher höhere Länderzuschüsse für die Studierendenwerke. In Niedersachsen wurde die Finanzhilfe des Landes für die Studierendenwerke in den letzten 25 Jahren nominal nur um 3,2 % angepasst. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum stiegen die Ausgaben für den Landeshaushalt um 102,7 % und die Studierendenwerksbeiträge zur Kompensation der Kostensteigerungen um 388 %. Die letzte Anpassung der Finanzhilfe deckte lediglich rund 9 % der Tarifsteigerungen der niedersächsischen Studierendenwerke für das Wirtschaftsjahr 2024.

Kostensteigerungen in den nächsten Jahren zu erwarten

In den kommenden Jahren ist mit jährlichen Kostensteigerungen von rund zwei bis fünf Prozent in den Bereichen Personal, Energie, Zinsen und Sachausgaben zu rechnen. Hinzu kommen Aufwendungen für den Erhalt der Infrastruktur sowie für energetische Sanierungen der Wohnanlagen, die sich aus den Klimazielen des Landes Niedersachsen ergeben.

„Unser gesetzlicher Auftrag ist es, Studierenden bezahlbaren Wohnraum, eine kostengünstige Verpflegung sowie verlässliche Serviceangebote zu bieten. Ohne eine deutliche Stärkung durch das Land Niedersachsen geraten wir jedoch an die Grenzen unserer Möglichkeiten“, betont der Vorsitzende des Verwaltungsrates des Studierendenwerks, Professor Dr. Alexander Schmehmann. „Finanzieller Spielraum zur Schaffung von zusätzlichem bezahlbarem Wohnraum oder zur Umsetzung von Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele Niedersachsens ist in der beschlossenen Erhöhung nicht inkludiert. Der Verwaltungsrat hat sich in seiner Sitzung ganz klar dagegen ausgesprochen, notwendige Sonderprogramme des Landes durch Beitragsanpassungen zulasten der Studierenden umzusetzen.“

Appell des Verwaltungsrates an die Politik

Das Studierendenwerk fordert weiterhin von der Landespolitik, die öffentliche Finanzierung an die Kostenentwicklung anzupassen. Angesichts hoher Beiträge, steigender Lebenshaltungskosten und zunehmender Mietbelastungen geraten viele Studierende finanziell an ihre Grenzen. Die wachsende finanzielle Belastung gefährdet nicht nur die soziale Teilhabe am Studium, sondern auch die Attraktivität Niedersachsens als Hochschulstandort. Das Land braucht dringend gut ausgebildete Fachkräfte. Wenn Studierende sich ein Studium hier nicht mehr leisten können, fehlen diese Nachwuchskräfte in wenigen Jahren an allen Ecken und Enden.

Situation der Studierenden

Auch Studierende sind durch massiv steigende Kosten immer stärker finanziell belastet. Die anhaltend hohe Inflation treibt insbesondere die Ausgaben für Wohnen, Energie und Lebensmittel nach oben, während die staatliche Unterstützung nicht Schritt hält. So liegt die Wohnpauschale im BAföG weiterhin bei 380 Euro, während die durchschnittliche WG- Miete für Studierende bereits bei 493 Euro liegt.


 
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