Zwei Speichergebäude am Hafen verkauft

Seit dem Abzug der Briten standen die Gebäude lange Zeit leer und drohten zu verrotten. Eine Gruppe von vier Unternehmern aus Osnabrück und Umgebung haben jetzt zwei Speicher von der ESOS –Energieservice Osnabrück GmbH erworben, dem für die Erschließung und Vermarktung verantwortlichen Tochterunternehmen der Stadtwerke Osnabrück. Als Teil des Kreativviertels am Hafen sollen die Gebäude nun kurzfristig saniert und schon ab Frühjahr 2019 für den Erstbezug neuer Mieter fertiggestellt werden.

Zwei alte Speicher der ehemaligen Winkelhausenkaserne wurden 2016 abgerissen.

Die beiden Speicher auf dem Gelände der ehemaligen Winkelhausenkaserne waren seit 2010 im Eigentum der Stadtwerke-Tochter. „Wir freuen uns, dass wir mit der OsnabrückerSpeicher GbR jetzt einen kompetenten und insbesondere regionalen Partner gefunden haben, der die beiden Speicher an der Elbestraße sinnvoll und zielgerichtet weiterentwickelt– und so die gemeinsame Zielsetzung von Stadt und ESOS unterstützt“, betont ESOS-Prokurist Marcel Haselof in einer Pressemitteilung der Osnabrücker Speicher GbR. „Diese Entwicklung zahlt sehr gut auf unser Vermarktungskonzept ein.“

„Leiser Speicher“ mit Büros und als „lauter Speicher“ für die Musik- & Kulturszene

Die Vermietung der beiden Speicher mit einer Nettogrundfläche von jeweils rund 4.700m2 unterteilt sich in zwei unterschiedliche Konzepte: zum einen der sogenannte „LEISE“ Speicher mit Büroräumen. „Hier sprechen wir als Mieter ganz gezielt all diejenigen an, diekreativ und effizient arbeiten wollen – in einer inspirierenden Umgebung mit Industrie- Charme. Die Büros sind beispielsweise ideal für Architekten, Designer, Makler, Kanzleien,Eventagenturen und ähnliche.“ erläutert Matthias Folkers von der Osnabrücker SpeicherGbR. Im zweiten Gebäude hingegen wird der „LAUTE“ Speicher angesiedelt mit einem Mieter-Mix rund um das Thema Musik und Kultur: „Die Proberaumsituation der Stadt ist momentan sehr kritisch und wir haben uns hier zum Ziel gesetzt, den ‚lauten‘ Speicher als Lösung anzubieten und zu entwickeln.“ Doch nicht nur Proberäume für Musiker und Bandssind in diesem Gebäude geplant. Zusätzlich sollen sich hier alle ansiedeln, die mit Musik und Kultur zu tun haben. Denkbar seien Unterrichtsräume für Musikschulen, Räume für Tanztraining, Ateliers für bildende Künstler, aber auch Lager oder Büros für Eventtechniker etc.


In der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause wurde bekannt, dass auch die Stadt Osnabrück zum Vermieter von Proberäumen werden will und den Ankauf des alten Finanzamts im Fledder plant.

Die Stadt begrüßt die neue Entwicklung am Hafen im Sinne des Stadtentwicklungskonzepts zum Kreativstandort Osnabrück und prüft derzeit verschiedene Möglichkeiten für Proberäume, wobei ein besonderer Fokus auf die Idee des lauten Speichers gelegt wird.

Osnabrücker Speicher GbR
Noch jede Menge Platz im alten Speicher (Foto: Osnabrücker Speicher GbR)

Beide Gebäude, also der LAUTE und der LEISE Speicher, sollen gemeinsam mit den künftigen Mietern entwickelt werden: „Unser Ziel ist es, frühzeitig mit denkünftigen Mietern ins Gespräch zu kommen, um die Räume schon während der Sanierung an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen zu können. Wir freuen uns auf konstruktiveGespräche.“ stellt Benedictus Lingens für die Osnabrücker Speicher GbR fest. Detaillierte Infos zum Konzept sind auf der neuen Homepage www.speicher-osnabrueck.de zu finden, wo künftig auch laufend über die weitere Projektentwicklung informiert wird. Interessierte Mieter haben auf der Seite die Möglichkeit, per e-mail Kontakt aufzunehmen.