Osnabrück 🎧Agentur für Arbeit Osnabrück: Arbeitskräftenachfrage ungebrochen hoch

Agentur für Arbeit Osnabrück: Arbeitskräftenachfrage ungebrochen hoch

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Die Arbeitskräftenachfrage in der Region Osnabrück ist ungebrochen hoch – es gibt fast 7.500 unbesetzte Stellen. Zudem melden sich vor allem Jugendliche nach Schulende kurzfristig arbeitslos.

Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk stieg im August 2021 leicht um 73 auf jetzt 13.730. Im Vorjahresvergleich waren 2.332 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote blieb gegenüber dem Juli konstant bei 4,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreswert waren es 0,8 Prozentpunkte weniger.

Arbeitslosigkeit nach Schulende

„Die aktuelle Statistik spiegelt einen Zeitraum wider, der bis auf wenige Tage in den Sommerferien lag“, erläutert Christiane Fern, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Osnabrück. „Mit Beginn der Ferien und somit nach dem Ende der Schulzeit oder der Ausbildung haben viele junge Menschen sich arbeitslos gemeldet. Die meisten Schulabgänger sicherlich kurzfristig, da sie in den nächsten Wochen und Monaten eine Ausbildung oder ein Studium beginnen werden. Einige aus dieser Gruppe haben aber auch bereits zum 1. August ihre Ausbildung begonnen, sodass der Zuwachs um knapp 100 Jugendliche in der Arbeitslosenstatistik vergleichsweise moderat ausgefallen ist. Perspektivisch wird die Zahl junger arbeitsloser Menschen wieder deutlich sinken.“

Sprung aus der Arbeitslosigkeit

Erfreulich sei, dass im August insgesamt 1.093 Männer und Frauen den Sprung aus der Arbeitslosigkeit in Arbeit geschafft hätten – und damit 109 mehr als noch im Juli. Fern: „In der Urlaubszeit werden in der Regel weniger Einstellungen vorgenommen. Dieser Effekt hat in diesem Monat offenbar geringer durchgeschlagen.“ Einen Grund dafür sieht die Expertin auch in der stetig steigenden Arbeitskräftenachfrage. Fern: „Die Arbeitgeber in der Region suchen händeringend neue Fachkräfte. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe, im Einzelhandel, im Gesundheits- und Sozialwesen und in der Zeitarbeit wächst der Bestand an offenen Arbeitsstellen aktuell massiv an. Diese starke Arbeitskräftenachfrage, die selbst in den letzten Jahren nicht so hoch war, ist ein Beleg dafür, dass wir weiterhin auf Qualifizierung setzen müssen, um den Fachkräftebedarf von heute und morgen zu decken.“ So waren Ende August bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern 7.449 Stellen gemeldet, 557 mehr als im Juli und sogar 2.262 mehr als im August 2020.

Kurzarbeit

Seit April 2021 zeigten bis zum 25. August 2021 insgesamt 407 Betriebe für 4.531 Mitarbeiter konjunkturelle Kurzarbeit an. Zum Vergleich: Von April 2020 bis August 2020 waren es zusammen 6.280 Betriebe mit bis zu 88.347 betroffenen Personen. Im Februar 2021 waren 22.174 Personen in insgesamt 2.655 Betrieben auch tatsächlich in Kurzarbeit. Gemäß einer aktuellen Hochrechnung hatten im März 2021 2.209 Betriebe für insgesamt 17.930 Mitarbeiter Kurzarbeit realisiert.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, jedoch zum Beispiel derzeit an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, umfasste im August 17.682 Personen – 139 weniger als im Vormonat (minus 0,8 Prozent) und 2.4587 weniger als vor einem Jahr (minus 12,8 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote lag mit 5,8 Prozent um 0,8 Prozentpunkte unterhalb des Vorjahreswertes gleichauf mit dem Wert aus dem Juli 2021.

Jugendarbeitslosigkeit/Ausbildungsmarkt

Im August waren im Agenturbezirk 1.567 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, somit 102 Personen bzw. 7,0 Prozent mehr als im Juli und 449 weniger als im August 2020 (minus 22,3 Prozent). Die Jugendarbeitslosenquote (bis unter 25 Jahre) betrug 4,3 Prozent und lag somit um 1,2 Prozentpunkte unter dem Niveau des letztjährigen Augusts. Auf dem Ausbildungsmarkt hatten sich im Agenturbezirk seit Beginn des Berichtsjahres 2.500 Ausbildungssuchende gemeldet – ein Rückgang um 447 Personen im Vorjahresvergleich. Zeitgleich sank die Zahl gemeldeter Ausbildungsstellen um 103 auf 4.311. Von diesen sind zu diesem Zeitpunkt 1.179 noch unbesetzt, 134 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der als unversorgt geltenden Bewerber reduzierte sich dagegen – um 122 auf 292.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Osnabrück

Die Zahl Arbeitsloser stieg im August 2021 leicht an, weniger deutlich als im Vorjahreszeitraum./ Grafik: Agentur für Arbeit Osnabrück

Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, für den die Arbeitsagentur verantwortlich zeichnet, sank der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen gegenüber dem Juli um 27 auf jetzt 5.631 Personen. Im Vorjahresvergleich waren es 2.128 Menschen weniger.

In der Grundsicherung – verantwortlich hierfür sind das Jobcenter der Stadt Osnabrück sowie das Jobcenter „MaßArbeit“ des Landkreises – umfasste die Arbeitslosenzahl 8.099 Personen, 100 mehr als im Vormonat und 204 weniger als im August 2020.

Bewegung am Arbeitsmarkt

Die Fluktuation am Arbeitsmarkt lässt sich an den Zahlen zu Arbeitslos(ab)meldungen verdeutlichen. Im August nahmen Agentur und die Jobcenter in Stadt und Landkreis 3.104 Arbeitslosmeldungen auf (23 mehr als im Vorjahreszeitraum) und registrierten 3.022 Abmeldungen (192 mehr als im August 2020). Es meldeten sich 1.170 zuvor erwerbstätige Menschen arbeitslos, 24 mehr als vor einem Jahr. Durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten in diesem Monat 1.093 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 40 weniger als im Vorjahr (minus 3,5 Prozent).

Stadt und Landkreis Osnabrück

In der Stadt Osnabrück wurden 6.977 arbeitslose Menschen gezählt, 853 weniger als vor einem Jahr – aktuell eine Arbeitslosenquote von 7,3 Prozent (August 2020: 8,1 Prozent). 2.068 Personen waren bei der Arbeitsagentur in der Stadt Osnabrück arbeitslos gemeldet, ein Rückgang um 725 Menschen gegenüber dem Vorjahr (minus 26,0 Prozent), ein Zuwachs um sechs gegenüber dem Juli (plus 0,3 Prozent). Beim Jobcenter Osnabrück waren 4.909 Personen als arbeitslos registriert – 128 Menschen weniger im Vergleich zum August 2020 (minus 2,5 Prozent) und 88 mehr als im Juli (plus 1,8 Prozent).

Im Landkreis lag die Arbeitslosenquote mit 3,3 Prozent gleichauf mit dem Vormonatswert und um 0,7 Prozentpunkte unter dem des Vorjahresmonats. So waren 6.753 Menschen ohne Arbeit und damit insgesamt 1.479 weniger als im August 2020. 3.563 Arbeitslose (1.403 weniger als im August des Vorjahres und 33 weniger als im Juli) zählte die Arbeitsagentur, hinzu kamen 3.190 Personen beim Jobcenter des Landkreises („MaßArbeit“) – ein Rückgang um 76 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat (minus 2,3 Prozent).

Ausländer/Flucht

Die Gruppe arbeitslos gemeldeter Ausländer reduzierte sich im Vorjahresvergleich um 518 auf 3.822 Personen (minus 11,9 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat gab es einen Zuwachs um 31 Personen (plus 0,8 Prozent). Hierzu gehören sowohl Menschen, die schon länger im Agenturbezirk leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge. 1.235 Flüchtlinge, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich im Agenturbezirk um Arbeit oder Ausbildung bemühen, waren im August 2021 bei Agenturen und Jobcentern arbeitslos gemeldet. Weitere 1.007 befanden sich in Integrationskursen, Qualifizierungsmaßnahmen oder waren erwerbstätig und gleichzeitig arbeitsuchend gemeldet.

PM
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