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ADFC Osnabrück erhält weitere Unterstützung für Petition zur Verlegung der B68

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Der Petition des ADFC Osnabrück zur Verlegung der B68 auf die Autobahnen 1 und 30 haben sich weitere Unterstützergruppen angeschlossen. Neben der Leitenden Notarzt Gruppe Stadt und Landkreis Osnabrück und der Schulgemeinschaft des Ratsgymnasiums unterstützen auch der Professor für Wirtschaftsgeographie Dr. Jürgen Deiters, der Stadtverband von Bündnis 90/Die Grünen Osnabrück und der AStA der Hochschule Osnabrück die Forderungen, die inzwischen 2.400 Personen unterschrieben haben.

Sebastian Bröcker, Schulleiter des Ratsgymnasiums Osnabrück dazu: „Eine Vielzahl von Schülerinnen und Schülern – nicht nur des Ratsgymnasiums, sondern aller Innenstadtschulen – werden auf ihrem täglichen Schulweg durch die teilweise katastrophalen Verkehrsverhältnisse auf dem Wall gefährdet. Zu enge Radwege, ungünstige Ampelschaltungen und eine extreme Verkehrsdichte – besonders durch Lkw – tragen zu diesem Umstand bei. Erst vor einigen Monaten musste das Ratsgymnasium den tragischen Unfalltod einer Kollegin hinnehmen, die durch einen falsch abbiegenden Lastwagen überfahren wurde. Die Schulgemeinschaft des Ratsgymnasiums fordert daher einen Paradigmenwechsel in der Osnabrücker Verkehrspolitik: fahrradfreundliche Verkehrskonzepte und keine Lkws auf dem Wallring. Eine Verlegung der B68 wäre in diesem Sinne ein guter erster Schritt, der aber nicht der letzte sein darf, wenn Osnabrück sich zur fußgänger- und fahrradfreundlichen Stadt entwickeln möchte.“

Mit politischen Argumenten vertröstet

Dr. med. Sören Anthonsen, Beauftragter der Leitenden Notarzt Gruppe Stadt und Landkreis Osnabrück (LNA)äußert sich ebenfalls: „Die Mitglieder der LNA-Gruppe sowie sehr viele Notärztinnen und Notärzte der Krankenhäuser aus der Region unterstützen die Petition zur Verlegung der B68 aus der Innenstadt heraus ausdrücklich. Bereits im Sommer 2020 haben wir nach einem weiteren Todesfall eine Diskussion und Lösungssuche zur Problematik des LKW-Verkehrs in der Innenstadt angestoßen. Aber trotz der direkten Forderung, den Fernverkehr aus der Innenstadt zu verbannen, wurden wir mit politischen Argumenten vertröstet. Bis heute hat sich weiterhin nichts geändert. Aus diesem Grund, und um die fortbestehende Gefährdung aller Radfahrenden immer wieder ins Interesse der Öffentlichkeit zu stellen, begrüßen und unterstützen wir die Petition.“

Aktuelle Situation sei nicht zu rechtfertigen

Prof. Dr. Jürgen Deiters, Professor für Wirtschaftsgeographie i.R.: „Die B68 hat ihre Bedeutung als Bundesfernstraße zwischen Cloppenburg und Warburg südöstlich Paderborn längst verloren. Dennoch weigert sich die Niedersächsische Landesregierung, die von der Stadt Osnabrück aus Gründen der Verkehrssicherheit geforderte Abstufung der B68 zwischen den Autobahn-Anschlussstellen Osnabrück-Nord und Osnabrück-Nahne zu vollziehen. Die Begründung, die Autobahn-Eckverbindung über das Lotter Kreuz verfüge nicht über die nötige Kapazität, um den zusätzlichen Fernverkehr von der B68 aufzunehmen, wird durch die eigene Verkehrsuntersuchung zur A33-Nord widerlegt. Die Abstufung der B68 an deren Fertigstellung zu binden, ist sachlich also nicht zu rechtfertigen. Mit der Verknüpfung beider Vorhaben soll offenbar die Dringlichkeit der A33-Nord erhöht werden. Nach dem Bundesverkehrswegeplan 2030 kommt jedoch dem Ausbau der A30 südlich Osnabrück die höchste Dringlichkeit zu.“

Unverzüglicher Handlungsbedarf

Eva Güse und Jurek Milde, Vorstand von Bündnis 90/Die Grünen Osnabrück: „Jeder LKW, der ohne das Fahrziel Osnabrück durch die Innenstadt fährt, ist einer zu viel und eine Gefahr für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen. Die B68 muss raus aus der Innenstadt. Der Bau der A33 Nord ist ein klima-, naturschutz- und wirtschaftspolitisches Desaster und eben keine Bedingung für die Verlegung der B68. Eine Umleitung auf die A30 und A1 ist möglich. Es ist am Land Niedersachsen und am Bund, hier unverzüglich zu handeln.“

Für einen besseren Schutz

Felix Queisler und Jonas Besel, Mobilitätsreferenten vom AStA der Hochschule Osnabrück: „Ein großer Teil der Fahrradfahrer in Osnabrück sind Studierende, welche tagtäglich den Gefahren des innerstädtischen Schwerlastverkehrs ausgesetzt sind. Diese müssen besser geschützt werden.“

Raus aus der Stadt

openPetition hat die Petition inzwischen mit der Bitte um Stellungnahme an die Stadt Osnabrück geleitet. Unter www.openpetition.de/!B68 werden weiter Unterschriften gesammelt. Wolfgang Driehaus, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Osnabrück: „2.400 Unterschriften sind ein deutliches Signal in Richtung Hannover. Der niedersächsische Verkehrsminister muss jetzt handeln. Tut er es nicht, werden die Rufe aus Osnabrück noch lauter werden. Wir sammeln weiter Unterschriften, bis dieser erste kleine Schritt hin zu mehr Sicherheit für Radfahrende und zu Fuß Gehende gemacht wird. Die B68 und durchfahrende LKW müssen raus aus der Stadt.“

Fahrradunfall am Schlosswall im Juli 2020.



PM
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