Aus Hongkong, Neuseeland, Kuwait, Nigeria oder Panama kommen die Preisträgerinnen und Preisträger. Mittendrin unter den insgesamt 28 ausgezeichneten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus aller Welt: Janine Wagenfeld, Absolventin des Studiengangs Landschaftsentwicklung an der Hochschule Osnabrück.

Für ihre Bachelor-Arbeit hatte Wagenfeld eine Unterrichtseinheit entwickelt, bei der sich Schülerinnen und Schüler dem Stadtklima und der Anpassung an den Klimawandel in Osnabrück widmen. Dabei analysieren die Schüler das Stadtklima mithilfe eines internetbasierten Geografischen Informationssystems (GIS) selbst und erhalten so einen Einblick in kommunale Angelegenheiten und Herausforderungen.

Wagenfeld erhält Auszeichnung

Im Juli hatte Esri, US-amerikanischer Softwarehersteller von Geoinformationssystemen, nun ins kalifornische San Diego eingeladen, um weltweit beispielgebende Arbeiten im Wettbewerb Esri Young Scholar auszuzeichnen. Wagenfelds „Konzeption zu einer WebGIS-gestützten Unterrichtseinheit für die Jahrgangsstufen 9 und 10 an Gymnasien“ hatte die Jury überzeugt.

Digitale Methoden- und Medienkompetenzen mit dem Fach Erdkunde verbinden

Als die Mail kam, konnte Wagenfeld es zunächst nicht glauben. „Ich war total baff, als ich die E-Mail erhielt. Ich habe sie fünfmal gelesen, weil ich es gar nicht glauben konnte“, berichtet Wagenfeld, die ihren Bachelor Anfang 2018 abgeschlossen hat. „Umweltbildung war ein wichtiges Thema in meinem Studium. Ich habe mich gefragt, wie man umweltbewusstes und räumliches Denken auch stärker in den Schulen verankert.“ Außerdem wollte Wagenfeld digitale Methoden- und Medienkompetenzen im Fach Erdkunde vermitteln.

Unterstützt vom Fachbereich Umwelt und Klimaschutz der Stadt Osnabrück sowie von der Universität und der Hochschule Osnabrück konnte Wagenfeld in einer zehnten Klasse des Osnabrücker Gymnasiums Carolinum ihre entwickelten Unterrichtseinheiten erproben.

Zukunft nach dem Masterstudium noch unklar

„Dass ich für dieses Konzept zur großen Konferenz nach Kalifornien fliegen durfte, war natürlich eine außergewöhnliche Anerkennung für meine Bachelor-Arbeit“, freut sich Wagenfeld rückblickend. „So viele neue Menschen, so viele neue Ideen und das erste Mal allein so weit zu fliegen, das war Aufregung pur und atemberaubend.“

Wohin sie ihr beruflicher Weg nach dem Masterstudium führen soll, weiß Wagenfeld noch nicht konkret. Aber sie ist sicher: „Oft werden die Bereiche Natur und Technik zu getrennt betrachtet.“ Dabei erhalte man durch das Zusammenspiel von Mensch, Natur und Technik einen wertvollen Blick auf umweltbezogene Chancen und Risiken.