Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet warnt vor einem möglichen militärischen Vorgehen der USA gegen Grönland und fordert eine klare diplomatische Antwort der europäischen Partner. Zugleich betont er, ein Ende der Nato könne nicht im Interesse Washingtons sein und Europa dürfe nicht in einen Krieg gegen die USA hineingezogen werden.
Laschet warnt vor militärischer Eskalation
Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet hat dazu aufgerufen, die USA auf diplomatischem Weg von einem Griff nach Grönland abzubringen. „Wir müssen den Amerikanern in diplomatischen Gesprächen deutlich machen, dass ein militärisches Vorgehen gegen ein kleines Nato-Land das letzte Vertrauen in die Allianz zerstören würde“, sagte der frühere Parteivorsitzende und Kanzlerkandidat der Union den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Ein Ende der Nato könne nicht im Interesse Washingtons sein. Auf die Frage, ob Dänemark auf den Beistand der europäischen Partner zählen könne, wenn es zum Äußersten komme, sagte Laschet den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: „Die Europäer könnten nicht in einen Krieg gegen die USA ziehen.“ Das Weiße Haus schließt ein militärisches Vorgehen zur Annexion Grönlands ausdrücklich ein.
Geostrategische Bedeutung Grönlands
Grönland gewinne neue geostrategische Bedeutung, führte Laschet aus. Es seien dort immer mehr russische und chinesische Kriegs- und Handelsschiffe zu sehen, erklärte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Diese Herausforderung könnte die Nato gemeinschaftlich annehmen, ohne dass die Vereinigten Staaten sich Grönland einverleiben.“
Vergleich mit früheren US-Interventionen
Laschet verwies darauf, dass Interventionen im Ausland keine Besonderheit von US-Präsident Donald Trump seien. „Die Tötung von Osama bin Laden ohne Gerichtsbeschluss auf pakistanischem Boden unter Präsident Obama war völkerrechtlich genauso kritisch“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Wir waren damals alle erleichtert.“
Der Außenpolitiker rechtfertigte zudem die zurückhaltende Reaktion der Europäer nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Eine offene Kritik europäischer Regierungschefs am US-Präsidenten „hätte das Ende der Ukraine-Verhandlungen bedeutet“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Auf die Nachfrage, ob man Trump mit Leisetreterei bei Laune halten könne, entgegnete Laschet: „Was hätten wir denn tun sollen? Den Geschäftsträger in der amerikanischen Botschaft einbestellen? Sanktionen gegen die USA verhängen? Amerikanische Vermögenswerte einfrieren? Maduros Freilassung fordern? Die wichtigste Aufgabe ist, den Ukraine-Krieg bald zu beenden und die Ukraine zu schützen. Und das geht nur mit den Amerikanern.“
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .