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Gewalt hat viele Gesichter: Fachtag eröffnet Anti-Gewalt-Wochen in der Region Osnabrück

Mit einem gut besuchten Fachtag im Rathaus Georgsmarienhütte sind die diesjährigen Antigewaltwochen gestartet. Seit mehreren Jahren richtet die Gleichstellungsstelle der Stadt Osnabrück gemeinsam mit der Gleichstellungsstelle des Landkreises sowie dem Präventionsteam der Polizeiinspektion Osnabrück die Auftaktveranstaltung aus. Auch in diesem Jahr fand sie Anfang November statt – traditionell im Vorfeld des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen und Mädchen am 25. November.

Jugendliche im Fokus

Im Zentrum stand diesmal ein Thema, das Fachleute zunehmend beschäftigt: Gewalt in Teenagerbeziehungen. Die Veranstalter wollten bewusst den Blick auf junge Menschen richten, die häufig schon früh mit Rollenbildern, Abhängigkeiten und Druck in Beziehungen konfrontiert sind.

Rund 200 Fachkräfte aus Schulsozialarbeit, Polizei, Jugendhilfe und Beratungsstellen nahmen teil. Sie hörten unter anderem einen wissenschaftlichen Vortrag von Dr.in Iris Stahlke von der Universität Bremen, die aktuelle Forschungsergebnisse zur Gewaltprävention im Jugendalter vorstellte. Praktische Einblicke lieferte Esther de Vries vom Kinderschutzzentrum Osnabrück, die aus ihrer täglichen Arbeit berichtete.

Info-Monitor an der HASEPOST-Redaktion. / Foto: Dominik Lapp
Info-Monitor an der HASEPOST-Redaktion. / Foto: Dominik Lapp

Problematische Vorbilder in sozialen Medien

Im abschließenden Podiumsgespräch mit Expertinnen und Experten sowie Fachleuten von Pro Familia wurde deutlich: Der Bedarf an Wissensvermittlung, Orientierung und Kompetenzen im Bereich gesunde Partnerschaften ist weiterhin groß. Jugendliche orientieren sich zunehmend an Darstellungen von Beziehungen und Sexualität in sozialen Medien – mit der Folge, dass stereotype Rollenbilder verfestigt und Ungleichheiten reproduziert werden. Fachkräfte beobachten zudem ein nachlassendes Verständnis von Gleichberechtigung und eine Rückkehr zu starren Rollenmustern.

Angebote für Schulen

Die Polizei und weitere Einrichtungen bieten bereits vielfältige Präventionsangebote an, die Schulen bei der Aufklärung unterstützen sollen. Dazu gehören:

  • das Präventionspuppenstück Das Starke Stück der Polizeiinspektion Osnabrück für die Jahrgangsstufen 6 und 7
  • die interaktive Dauerausstellung Rosenstraße 76 ab Jahrgangsstufe 9
  • die Ausstellung Herzschlag des Landeskriminalamts Niedersachsen, ebenfalls ab Jahrgangsstufe 9, die für Projektwochen kostenlos über die örtlichen Präventionsstellen der Polizei ausgeliehen werden kann

Die Veranstalter betonten zum Abschluss, wie wichtig es sei, Jugendliche frühzeitig zu stärken, ihnen Orientierung zu geben – und Gewalt in Beziehungen konsequent entgegenzutreten.


 
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