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90 Gebiete kommen bei Atommüll-Endlagersuche infrage – Osnabrück nicht direkt betroffen

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Berlin (dts) / Osnabrück (Hasepost) [speaker-break time=”1s” strength=”medium”] – Bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager sind insgesamt 90 sogenannte Teilgebiete in der engeren Auswahl gelandet. Das geht aus dem Zwischenbericht Teilgebiete hervor, der am Montagvormittag von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) veröffentlicht wurde.

Demnach wurden Teilgebiete mit einer Gesamtfläche von circa 240.874 Quadratkilometern ermittelt, welche günstige geologische Voraussetzungen für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle erwarten lassen.

Anders als erwartet: Osnabrück wird kein zweites Gorleben

Im Vorfeld wurde auch die Region Osnabrück, vor allem wegen ihrer unterirdischen Tonschichten, als potentiellen Endlager-Standort genannt. Die aktuell vorliegenden Daten zeigen jedoch, dass die Stadt Osnabrück und weite Teile des Landkreises in einem von Ibbenbüren bis Detmold reichenden Korridor liegen, der offensichtlich ungeeignet für die dauerhafte Lagerung von strahlenden Bällen ist.

Landkreis Osnabrück will Suchprozess kritisch begleiten

Da der Landkreis Osnabrück jedoch immerhin am Rande für ein Endlager geeignet zu sein scheint, wurde von dort in einer ersten Pressemitteilung bereits Widerstand signalisiert. Der Landkreis betont, dass er sich bereits in den vergangenen Jahren intensiv in den Endlager-Suchprozess eingebracht hat und diesen kritisch und konstruktiv begleitet habe. Neben der engmaschigen Einbindung der politischen Gremien und der Landkreis-Gemeinden haben sich Vertreter des Landkreises intensiv an den Beratungen der „Kommission zur Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“ beteiligt und bereits im Jahr 2015 die Fachbehörden des Landes darauf hingewiesen, dass aus ihrer Sicht die regionalen Tonsteinvorkommen aufgrund der nur geringen Mächtigkeit und vorhandener geologischer Störungen für ein Endlager nicht in Frage kommen. Da der Landkreis Osnabrück trotz dieser Umstände nun auf der Liste der intensiver zu untersuchenden Teilgebiete Deutschlands steht, wird die Kreisverwaltung den sich nun anschließenden Suchprozess weiterhin intensiv begleiten und sich kritisch einbringen.

Mehr als jeder zweite Quadratmeter in Deutschland potentiell geeignet

Die als geeignet identifizierten Gebiete überlagern sich teilweise, da sie sich in erdgeschichtlich unterschiedlichen Einheiten befinden. Berücksichtigt man die Überlagerung einiger Teilgebiete, ist in der Bundesrepublik eine Fläche von circa 194.157 Quadratkilometern, also ein Anteil von ca. 54 Prozent der Landesfläche als Teilgebiet ausgewiesen. Im Wirtsgestein Tongestein wurden neun Teilgebiete mit einer Fläche von circa 129.639 Quadratkilometern ausgewiesen. Für das Wirtsgestein Steinsalz konnten insgesamt 74 Teilgebiete mit einer Fläche von circa 30.450 Quadratkilometern ausgewiesen werden. Hinzu kommen insgesamt sieben Teilgebiete mit einer Fläche von 80.786 Quadratkilometern im kristallinen Wirtsgestein. Der Salzstock Gorleben wurde nach Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien nicht als Teilgebiet deklariert. “Wichtig ist: Der Zwischenbericht Teilgebiete ist kein abschließendes Ergebnis, sondern ein erster Zwischenstand”, sagte BGE-Geschäftsführer Steffen Kanitz. Die Bürger sollten schon einen “umfangreichen Einblick” in die Arbeit der BGE erhalten, bevor “Fakten geschaffen werden”, fügte er hinzu. Nach der Veröffentlichung des Zwischenbericht soll die Zahl der Gebiete, die infrage kommen, in den kommenden Jahren anhand weiterer Kriterien weiter eingeschränkt werden.


dts Nachrichtenagentur
Ein Artikel der Nachrichtenagentur dts.

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