Wie soll man bewerten, was dem Oberbürgermeister der Stadt – stellvertretend für alle Osnabrücker – in dieser Woche vor einem Jahr von Vertretern des Investors Unibail-Rodamco „versichert“ wurde?
Die Aussage vor 365 Tagen war an Eindeutigkeit kaum zu übertreffen. In einer am 7. Dezember veröffentlichten Pressemitteilung der Stadt heißt es:

„Vertreter des Investors versicherten Griesert in einem Telefonat jedoch, dass spätestens im Frühjahr 2016 mit den Abbrucharbeiten begonnen werde. Die Verzögerungen bei den Planungen des neuen Einkaufszentrums seien hauptsächlich durch eine Überarbeitung des inneren Mall-Konzeptes begründet.“



Die im vergangenen Dezember als Begründung herangezogenen – und im längst eröffneten Shoppingcenter Minto in Mönchengladbach bereits umgesetzten – Konzeptänderungen, waren bereits im vergangenen Jahr eine überaus schwache Begründung für das Verschieben der Abrissarbeiten.

Auch eine Abrissanzeige wurde offiziell eingereicht

Immerhin wurde Anfang des Jahres öffentlichkeitswirksam erst durch Vertreter der Regenbogenfraktion, dann durch den Investor selbst, eine Abrissanzeige bei der Stadt eingereicht. Im ersten Anlauf war diese wegen Formfehlern zwar ungültig, wie unsere Redaktion herausfand, aber theoretisch hätte der Abriss im Frühjahr beginnen können.

Wir fragen unsere Leser:

Presseamt reagiert mit nur einem Satz

Angesichts des Jahrestags der gebrochenen „Zusicherung“ gibt sich das Presseamt der Stadt auf Nachfrage unserer Redaktion bedeckt. Auf die Bitte um einen aktuellen Status oder ein Statement des Oberbürgermeisters meldete sich Pressesprecher Dr. Sven Jürgensen mit nur einem Satz zurück:

„Es gibt Gespräche, aber es gibt keinen neuen Sachstand, den ich mitteilen könnte.“

Hier unser Artikel vom 7. Dezember 2015.

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