Foto: Mediennutzer betrachtet das Ergebnis der Google-Bildersuche zu Edward Snowden, über dts

Berlin (dts) – Der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Gerhard Schindler, hat den ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden als Verräter bezeichnet. „Ein Verräter bricht Gesetze“, sagte er der „Berliner Zeitung“ (Mittwochsausgabe). „Genau das hat Snowden getan.“



Er habe sich „in die Hand der russischen Geheimdienste begeben“ und sei dabei „zu ihrem Handlanger geworden“. Schindler fügte hinzu: „Wenn Snowden der Ansicht war, dass da etwas falsch läuft, dann wäre es der erste Weg gewesen, das intern zu regeln und nicht gleich über eine Million Datensätze abzuziehen und zu veröffentlichen. Das ist glatter Rechtsbruch.“ Von der nach dem jüngsten Urteil des Bundesgerichtshofes ein bisschen wahrscheinlicher gewordenen Vernehmung durch den NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages erwartet der Ex-BND-Chef nicht viel. „Wenn Snowden tatsächlich als Zeuge gehört werden sollte, wird man enttäuscht sein“, erklärte er dem Blatt. „Er war länger als Wachmann bei der NSA tätig als im Bereich der technischen Aufklärung, wo er weniger als drei Monate arbeitete.“