„Das lange Schweigen des Investors spricht Bände“

Mit diesen Worten nimmt der Bund Osnabrücker Bürger (BOB) einen Artikel unserer Redaktion auf, in dem wir Anfang der Woche unter anderem über das Verschwinden direkter Hinweise auf das Kaufhausprojekt von der Website des französischen Unibail-Rodamco-Konzerns hingewiesen hatten.

Ist das wichtigste Osnabrücker Bauprojekt seit 1945 beim Investor nur noch „others“?

Ein Leser machte uns zwischenzeitlich per Facebook-Kommentar darauf aufmerksam, dass das Osnabrücker Projekt bei dem französischen Konzern wohl nur noch unter „others“ in den online verfügbaren Informationen zu finden ist, während größere Projekte, wie das Hamburger Überseequartier namentlich genannt werden.
„Osnabrücks wichtigstes Bauprojekt der Nachkriegsgeschichte“, wie es von SPD-Fraktionschef Frank Henning bezeichnet wird, wäre somit beim Bauherren zu einer Randnotiz „unter ferner liefen“ geworden.   

Screenshots eines HASEPOST-Lesers von Unterlagen des Unibail-Rodamco-Konzerns, Quelle: Facebook
Screenshot eines HASEPOST-Lesers von Unterlagen des Unibail-Rodamco-Konzerns, Quelle: Facebook



Nach Angaben von BOB soll zudem auch auf der jährlich im Herbst in München stattfindenden Immobilienmesse Expo Real (5.-10. Oktober) das OSKAR getaufte Projekt „keine Erwähnung mehr“ gefunden haben. „Nur auf den Seiten des lokalen Büros (Ex mfi) finden sich noch Hinweise auf das Projekt“, so BOB.
 

„Was nun liebe Regenbogler?“ fragt die neue Kleinfraktion, die seit dieser Woche mit zwei Mitgliedern im Stadtrat vertreten ist und zusammen mit der CDU-Fraktion (19 Mitglieder) eine Gruppe bildet (HASEPOST berichtete). Und weiter: „Wenn der Centerinvestor nicht mehr investieren will, warum sollten dann der Neumarkt zur einer Fußgängerzone umgewidmet und die bereits jetzt stark belasteten Wallanwohner durch die verdrängten Verkehrsströme noch unnötigerweise zusätzlich belastet werden?“

Wir fragen unsere Leser:

Umwidmung des Neumarkts zur Fußgängerzone könnte vor Gericht landen

Wie bereits vor der Kommunalwahl angekündigt, will BOB „auf juristischem Wege“ die noch von der alten Ratsmehrheit auf den Weg gebrachte Umwidmung des Neumarktes zu einer Fußgängerzone prüfen. „Sollte sich herausstellen, dass die Interessen des Centerinvestors leichtfertig über die Interessen der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt gesetzt worden sind, dann wird der Bund Osnabrücker Bürger den Klageweg beschreiten“, so BOB. Unterstützt wird die kleine Fraktion dabei nach eigenen Angaben von dem renommierten Kommunalrechtler Professor Thorsten Koch.
Die Anwohner der besonders von einer Sperrung des Neumarkts betroffenen Wälle will BOB einladen sich
 als direkte Anlieger an dieser Klage zu beteiligen.

 BOB: „sinnvolle Alternativen suchen“

„Wir fordern auch die Verantwortlichen der 15-jährigen Agonie des Neumarktes auf, mit uns jetzt sinnvolle Alternativen zu suchen, die eine Aufwertung der Innenstadt und eine vernünftige Verkehrsführung ohne Dauerstaus auf dem Wallring ermöglichen“, zeigt sich BOB offen für andere Lösungen, und weiter: „Osnabrück kann es sich nicht leisten, weitere Jahre oder vielleicht vergeblich auf einen Investor für das Neumarkt-Center zu warten. Eine Vermeidung des LKW-Durchgangsverkehrs ist ein weiteres wichtiges Ziel – dies wird bestimmt nicht durch die Umwidmung der wichtigen Ost-West-Tangente Neumarkt erreicht.“

Angesichts der vermeidbaren Belastung der Wallanwohner und der Anlieger-Wohnstrassen solle solange auf eine Neumarkt-Sperrung verzichtet werden, bis sinnvolle Alternativen konzipiert und auf ihre Stadtverträglichkeit und verkehrstechnische Leistungsfähigkeit überprüft worden sind.